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Archiv: ‘jonas’

Jonas Ginter

ist Fotograf in Bremen und spezialisiert auf Business-Portraits, Industriefotografie und neue Perspektiven. Er realisiert 360°-Videos und virtual reality Produktionen. Auch auf: Google+ und: facebook

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In den frühen Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts wurde in Belgien ein Kohlekraftwerk gebaut. Seit 2007 steht es leer.
Der Kontrollraum dieses Industriegiganten ist ein wahrer Fotografen-Traum: Schalter, Knöpfe, Anzeigetafeln und Lämpchen reihen sich auf einem halbrunden Steuerpult aneinander. Mannshohe Schaltkästen an den Wänden füllen den ganzen Raum. Alles liegt unter einen dicken Staubschicht und gammelt vor sich hin. Es riecht nache Kohle und Metall. Ich habe so etwas noch nicht gesehen und war begeistert.

Leider haben mittlerweile auch Randalierer und Schrotträuber den Weg ins Kraftwerk gefunden. Viele Räume sind demoliert, Maschinen zum Teil auseinander gerissen und alles, worin Kupfer stecken könnte, ist aufgebrochen oder mitgenommen. Sehr schade.

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Da steht es nun. Einsam und traurig. Ein paar dumpfe, verkümmerte Töne quälen sich heraus.
Doch eines lässt es sich nicht nehmen: Den Stolz und Anmut vergangener Tage.

Alte Klaviere sind immer ein Highlight auf Fototouren durch verlassene Gebäude und so freute ich mich auch über dieses marode Intrument, das in der Ecke einer alten Fabrikhalle stand. Offensichtlich schon seit vielen Jahren. Eine dicke Staubschicht lag über dem dunklen Holz, Spinnenweben spannten sich über die gewölbten Tasten. Wer weiß, wann auf diesem guten Stück das letzte mal gespielt wurde. Warum es nur dort steht? Wer es wohl vergessen hat?

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Puh! Die Sky Bar auf dem Dach des Lebua Hotels in Bangkok verschlägt mir den Atem. Nicht nur wegen des strengen Dresscodes und der heftigen Getränkepreise – Nein, vor allem die grandiose Aussicht über Thailands Hauptstadt ist schlichtweg beeindruckend. Ganz oben auf dem Wolkenkratzer trohnt diese Bar. Nichts als eine schulterhohe Glaswand trennt die Besucher vom Abgrund. Das Wahnsinns-Panorama beschert mir feuchte Hände und weiche Knie. Wir nippen am Cocktail und blicken 63 Stockwerke in die Tiefe. Unten brodelt die Metropole. Oben hüllen uns Drinks und Jazz-Gedüdel in eine surreale Atmosphäre. Eine Nacht in Bangkok? Dann gönn‘ dir diesen Ausblick! Du wirst es nicht vergessen.

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Der letzte Zug des Tages verlässt Hanoi in Richtung Süden. Es ist kurz vor Mitternacht und die letzen Reisenden schleppen eilig ihre Koffer durch das Neonlicht des Bahnsteigs. Der Schnaffer wirft noch einen letzten prüfenden Blick auf dein Ticket. Ein schrilles Pfeifen, ein heftiger Ruck und dann rumpelt der Nachtzug einmal quer durch Vietnam.

Von der Hauptstadt Hanoi im Norden bis Saigon im Süden kämpft sich die staatliche Eisenbahn über 1700 Kilometer holperiges Schienennetz. Ganz langsam. Manchmal sogar nur im Schritttempo. Und trotzdem ist Zugfahren eine der besten Möglichkeiten, um Vietnam zu bereisen. Die Züge sind klimatisiert, pünktlich und sicher. Wer im Schlafwagen reist, spart zudem die Kosten für eine weitere Nacht im Hotel oder Hostel. Man kommt schnell ins Gespräch mit Einheimischen und natürlich ist es auch ein schönes kleines Abenteuer. Abenteuerlich war vor allem das Essen, das man erstehen konnte: Reismatsch im Bananenblatt mit Fleischschleim. Das Gegenteil von lecker, dafür aber warm und sättigend.

Wer durch Vietnam reist, sollte mindestens einmal den Zug nehmen. Wie das genau funktioniert, kann man auf der hervorragenden Seite Seat61 sehr ausführlich nachlesen.

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