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Titelfoto job4u 2/2014 - Immobilienkauffrau bei GEWOBA Bremen - Businessportrait Jonas Ginter

Für das Magazin job4u habe ich die Titelgeschichte der aktuellen Ausgabe produziert. Bei GEWOBA, einem der führenden Anbieter für Mietwohnungen in Bremen, stand die wunderbare Kristin als Model-Azubine vor meiner Kamera. Wir fotografierten in Büros, Gängen und sogar auf dem Dach des Unternehmens. Ein umfassendes Businessportrait der jungen Immobilienkauffrau ist das Ergebnis. Das aktuelle Magazin kann man hier online lesen oder als pdf herunterladen.

Collage - Coverstory Businessportrait Immobilienkauffrau - GEWOBA Bremen

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HANOI - travel and street photography

Klack. Ich mach den Koffer auf und hol die Kamera heraus. Tock. Ich steck die Speicherkarte in den Computer. Klick. Ich lade die Bilder auf die Festplatte. Zack. Ich liebe den Moment, die Bilder einer langen Reise zum ersten Mal in Ruhe anzusehen.

Ich sehe die Straßen von Hanoi. Erinnere mich an das diffuse Licht und habe wieder eine Idee davon, wie all die hupenden Mofas klangen und die smogerfüllten Bürgersteige rochen.

HANOI - travel and street photography

Wir sind ein paar Tage in der vietnamesischen Hauptstadt; wollen von dort aus weiter Richtung Ha Long Bucht. Also suchen wir einen Tourenanbieter und schlendern durch die Straßen.

Willkommen im Bienenstock!

Doch Hanois Altstadt ist ein komplexes Wirrwarr aus engen Gassen, die an jedem Häuserblock den Straßennamen wechseln. Schlendern is da nicht so. Vielmehr schwimmen wir in einer Lawine aus Menschen und Mopeds durch die Häuserschluchten. Es scheint, als wuselt alles um uns herum.

HANOI - travel and street photography

Hanois Geschwindigkeit liegt irgendwo zwischen Mittelalter und Moderne.

Während dir links fast ein Moped die Schulter abfährt, blickt dir rechts ein Opi mit Konfuzius-Bart direkt in die Augen. Die Smartphone-Generation vor dir chatted auf ihren Hello-Kitty-Iphones mit fünf Freunden gleichzeitig, während im Laden hinter dir eine neue Fuhre Räucherstäbchen über den traditionellen Ahnen-Schrein entzündet wird.

HANOI - travel and street photography

Diese Stadt ist anstrengend, aber macht großen Spaß! Irgendwann wird die Geräuschkulisse Normalität und du begreifst, dass du dich besser gleichmässig durch die Blechlawine schlängelst, als dich vom Verkehr umfahren zu lassen, nur weil du stehen bleibst. Und schon bald findest du im scheinbaren Chaos, die Moment der Ruhe und Kontinuität. Holst die Kamera heraus und sammelst ein paar Momente ein.

HANOI - travel and street photography

Mehr Momente aus Asien kannst du im Film SEEING ASIA erleben.

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Der Motor ächzt, der Fahrtwind knallt uns ins Gesicht. Wir knattern mit Vollgas über die Bergpässe. Mit Tempo 30.

Mehr ist nicht drin. Wer mit einem Mofa durch die Alpen tuckert, dem geht es nicht um Geschwindigkeit. Vielmehr geht es darum, eine gute Zeit zu haben. Beim Red Bull Alpenbrevet treffen sich alljährlich gut 1000 Mofafans und fahren gemeinsam über drei Bergpässe. Töffli oder Hödi sagt der Schweizer liebevoll zu diesen Zweirädern und Töfflibuben und Töfflimädchen lauten die standesgemäßen Bezeichnungen der Fahrer und Fahrerinnen.

Mehr als sechs Stunden hab ich mir den Arsch auf der vibrierenden Sitzbank plattgesessen. Bergauf, bergab, durch enge Schluchten und über steile Pässe. Bei absolutem Traumwetter kurvten wir durchs Saanenland und ich musste immer wieder laut “YIPPIE” schreien, so unglaublich viel Spaß machte es, durch diese wundervolle Landschaft zu düsen. Immer wieder montierte ich die 360-Grad-Kamera auf unterschiedliche Postionen, um möglichst viele Blickwinkel einzufangen. Das Teil auf den Helm zu schrauben, war sowohl eine gute als auch eine total doofe Idee: Sieht gut aus, macht aber tierisch Schmerzen im Nacken. Das Foto von David Robinson unten zeigt euch, wie das während der Aufnahme aussah. Etwa 18 Stunden Videomaterial landeten auf den Speicherkarten und viele hundert Gigabyte auf meinen Festplatten. Daraus ist nun dieser Clip entstanden. Was für ein großartiges Event! Ich brauch jetzt ganz dringend ein eigenes Mofa. Und kleine Planeten in den Bergen hab ich ganz sicher auch nicht zum letzen Mal produziert.

Red Bull Alpenbrevet 2014 - 360 Grad Video - Planet Alpen in der Schweiz

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Kanutour Schweden Harkan, Outdoor Fotoreportage Jonas Ginter

Wir wollen mal richtig raus. Handy ausschalten und keine Menschen sehen. Mal nichts hören außer Natur. Also setzen wir uns ins Auto, fahren ein paar tausend Kilometer Richtung Norden und haben Glück…

Kanutour Schweden Harkan, Outdoor Fotoreportage Jonas Ginter

Meine Gelenke sind eingerostet und der Arsch tut weh, als wir wir nach nach gut 30 Stunden Anreise endlich auf dem kleinen Campingplatz im schwedischen Lit ankommen. Die Sonne geht gerade auf und wir haben noch Zeit, unsere Klamotten in die wasserdichten Tonnen und Säcke zu stopfen. Dann kommt Ove Djurberg und fährt uns und vier Boote  noch einmal 120 Kilometer weiter Richtung Norden. Wir sitzen schlaftrunken im VW-Bus und versuchen mühsam ein bisschen Konversation mit Ove zu treiben. Die Anreise steckt uns in den Knochen. Ove stört das gar nicht. Er ist bester Dinge und ballert mit 100 km/h über die kurvigen Staubpisten. Stolz legt er dann noch seine eigene CD auf und während der Mitfünfziger und seine Gitarre aus den Lautsprechern quäken, rauscht an uns endloser Wald vorbei. Dann sind wir plötzlich am Ziel. Wir lassen die Boote ins Wasser, winken Ove freundlich zum Abschied und dann ist sie endlich da: Die Ruhe. Völlige Stille. Nur ein leichtes Plätschern der Paddel im See, in der Ferne rauschen ein paar Baumwipfel im Wind. Bis wir vor Freude kreischend ins Wasser springen.

Kanutour Schweden Harkan, Outdoor Fotoreportage Jonas Ginter

Genauso haben wir uns das vorgestellt: Wir begegnen keiner Menschenseele, fangen dafür umso mehr Fische und sind schlichtweg geplättet von der Schönheit dieses dünn besiedelten Landes. Wir haben Glück mit Wetter, es ist warm und wir baden jeden Tag. Mitten im Sommer verschwindet die Sonne nur für ein paar Stunden hinterm Horizont. Richtig dunkel wird es nicht. Endlose Dämmerungsphasen tauchen die Landschaft in ein grandioses Licht und sorgen dafür, dass wir nach drei Tagen den Rhythmus verlieren: Jeden Tag sitzen wir bis zum Sonnenaufgang am Lagerfeuer. Schlafen. Stehen am Nachmittag auf und Paddeln in den Abend. Auf die Uhr hat schon lange keiner mehr gesehen.

Kanutour Schweden Harkan, Outdoor Fotoreportage Jonas Ginter

Wir paddeln den Hårkan flussabwärts. 120 Kilometer durch einsame Waldlandschaften. Wir sehen Fischadler, Rentiere und Elche. Zu Beginn durchqueren wie zahlreiche große Seen und haben an einem Tag sogar perfekten Wind zum Segeln. Dafür binden wir einfach eine große Plastikplane an unsere Paddel und Boote und rauschen 40 Kilometer entspannt übers Wasser. Und dann geht das tägliche Spiel wieder los: Lagerplatz suchen, Camp bauen, Feuer machen, Angeln, Gucken, Freuen.

Kanutour Schweden Harkan, Outdoor Fotoreportage Jonas Ginter

Am letzten Abend schlagen wir unser Lager in der Nähe einer kleinen Stromschnelle auf. Offensichtlich ein beliebter Platz: Seit über 150 Jahren steht hier eine urige Hütte und bietet auch uns für eine Nacht Unterschlupf. Es gibt noch einmal Fisch und Gutes aus dem Wok. Wir vernichten die letzten Vorträge und die eisernen Schnapsreserven werden geleert. Zu den Kopfschmerzen am nächsten Morgen gesellt sich ein Schmerz im Arm. Irgendjemand wollte noch Armdrücken…Kanutour Schweden Harkan, Outdoor Fotoreportage Jonas Ginter

Achso, und wenn auch ihr schöne Fotos von Flüssen habt, dann schaut mal drüben beim BUND vorbei. Da läuft noch ein paar Tage der Fotowettbewerb zu Thema “Fluss Natur Mensch”. Ich sitze in der Jury und bin schon sehr gespannt auf die Bilder!

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