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Mal was ganz anderes heute: Wissenschaft im Dialog hat mich eingeladen, eine Fishbowl-Diskussion im Bremer Haus der Wissenschaft zu besuchen. Das Thema: Die ewige digitale Revolution? Ich war mir nicht sicher, was mich dort erwarten sollte. Einerseits bestimmt diese sogenannte „digitale Revolution“ tatsächlich meinen Alltag. Ohne Internet wüsste ich kaum etwas übers Fotografieren, Bloggen oder Filme machen. Ich könnte ohne das Netz, nicht so arbeiten wie ich es tagtäglich mache. Anderseits fragte ich mich, wie man dieses komplexe Thema in 90 Minuten anständig diskutieren kann. Wie anderthalb Stunden Debatte in 15 Sekunden aussehen, zeigt  das obige Zeitraffer-Video.

wissenschaft kontrovers - digitale revolution - fishbowl diskussion - haus der wissenschaft bremen

Ich fand mich also in einem Raum, der mit etwa 30 Personen (Vom Student bis zum Renter) nur spärlich ausgefüllt wurde. Interessant war jedoch das Konzept: Bei einer Fishbowl-Diskussion sitzen Moderator und zwei Experten in einem kleinen Kreis in der Mitte (plus 2 freie Stühle). Alle anderen sitzen in mehreren Stuhlkreisen rundherum. Reden dürfen nur die Personen im innersten Kreis, in Form einer moderierten Diskussion. Personen im Außenkreis hören zu, können aber nach einer Anfangsrunde zum Innenkreis gehen und mitdiskutieren. Dazu setzen sie sich einfach auf einen freien Stuhl. Der neu Hinzugekommene hat direktes Rederecht, muss aber den Kreis verlassen, wenn eine andere Person aus dem Außenkreis etwas sagen möchte. So sollen Bürger auf Augenhöhe mit Wissenschaftlern diskutieren.

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Mit dem Publikum diskutieren Prof. Dr. Rainer Malaka, Experte für intelligente mobile Systeme an der Universität Bremen, und Prof. Dr. Armin Dekorsy, Experte für Kooperative Kommunikationstechnologien an der Universität Bremen.

Malaka sieht die größte Herausforderung für die Forschung darin, „Technik so zu gestalten, dass sie Menschen wirklich nutzt und nachhaltig positiv wirkt“. Seiner Meinung nach „verstehen wir viel von der Technologie, aber das resultierende digitale Ökosystem beherrschen wir kaum.“ Daran schloss Dekorsy mit der These an: „Daten sind bereits jetzt schon und auch zukünftig der wichtigste Rohstoff einer Gesellschaft und ihrer Wirtschaft, sodass die digitale (R)evolution die Art wie wir Menschen kommunizieren, konsumieren und produzieren weiterhin grundlegend verändern wird.“

Es war spannend, den Experten zuzuhören. Doch leider war das Thema digitale Revolution insgesamt zu vielschichtig, um in 90 Minuten auch nur einen Aspekt tiefgründiger beleuchten zu können. Die Diskussion konnte Bereiche wie Netzneutralität, Überwachungsskandale, Daten als Rohstoff oder Netz als Kulturphänomen nur anreißen. Ich hatte den Eindruck, dass das Publikum stark gefordert war über all die verschiedenen Themen nachzudenken und so die Schwelle recht hoch war, selbst in die Diskussion einzusteigen. Zwei Personen aus dem Publikum beteiligten sich gegen Ende aber doch an der Debatte und man bekam eine Idee davon, wie spannend das Konzept „Fishbowl-Diskussion“ eigentlich sein könnte. Zu einer lebhaften Debatte konnte es aufgrund des zu komplexen und wenig fokussierten Themas kaum kommen. Doch vielleicht war genau das der entscheidende und wertvollste Punkt des Abends: Das Publikum wurde nicht belehrt oder aufgeklärt sondern viel eher zum Nach- und Weiterdenken angeregt.  Auch wenn nur ein paar Dutzend Leute da waren und auch wenn nur eine Handvoll davon aktiv diskutierte – das Thema auf die Agenda zu holen ist wichtig.

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So ging es zumindest mir als ich nach der Veranstaltung mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Ich hing in Gedanken als ich übers Kopfsteinpflaster rollte. Ich fragte mich kurz, wie ich wohl reagieren werde, wenn ich zum ersten Mal beim Pinkeln neben einem Typen mit google glasses stehe und bekam kurz Angst. Ebenso mulmig wurde mir, als ich darüber nachdachte, wie die digitalen Giganten in Zukunft die Infrastruktur des Netzes diktieren werden. Kann ich in bald nur noch schnell surfen, wenn ich artig amazon, facebook und goole nutze?  Doch vor allem war ich froh darüber, dass sich Leute über all das Gedanken machen oder es zumindest versuchen. Was mir der Abend gebracht hat? Nein ich habe meinen facebook-account nicht gelöscht und nutze auch weiterhin goggle. Doch ich habe mich ein bisschen mit der Thematik auseinandergesetzt, Experten zugehört und einige Tresen-Diskussionen über Netzthemen angestoßen. Allein dafür hat es sich gelohnt.

wissenschaft kontrovers - digitale revolution - fishbowl diskussion - haus der wissenschaft bremen

Deshalb sind solche Veranstaltungen wichtig. Wer, wenn nicht wir und wann, wenn nicht genau jetzt? Das Netz ändert unsere Kultur und unsere Konzentrationsfähigkeit und so ist mir die nachfolgende Video-Zusammenfassung des Abends schon zu lang. Trotzdem gut, dass es jemand macht. Danke Wissenschaft im Dialog!

Du hast ne Minute Zeit? Dann klick dich mal durch die Seiten und lese die Kurzen Statements der Experten oder besuche eine der Veranstaltungen. Ich find’s gut. Die Plattform Wissenschaft kontrovers informiert und lädt zum diskutieren ein. Die nächsten Termin der Reihe:

13.06./14.06. Berlin: „Barcamp Gesellschaft 2.0“
15.06. Münster: „Visite bei Dr. Google – Ist Surfen die beste Medizin?“ (Dialog an Deck)
02.07. Bonn: „Vernetzt oder verloren? Die digitale Datenflut“ (Dialog an Deck)
04.07. Halle: „Hilfe, mein Kühlschrank surft!“ (Nachtcafé)

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Der nächste 360°-Streich! Für mydealz bin ich mit einem quietschgrünen Krokodil durch Berlin getourt. Wir sind mit dem Cabrio um die Siegessäule gedüst, mit dem Boot über die Spree getuckert und mit dem Fahrrad an der ehemaligen Berliner Mauer entlang gefahren. Erkennt ihr alle Sehenswürdigkeiten?

Mal wieder kam die Konstruktion aus 6 GoPro-Kameras zum Einsatz und so langsam werde ich besser im Umgang mit der Technik. Kleine Planeten, großer Spaß!

Planet Berlin - 360 Tiny Planet - Behind the scenes

 

 

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Nora & Jonas - 29 - Frontaler Querschnitt

Neuer Monat, neues Geschwisterbild!
Wir haben mal probiert, nach vorn und gleichzeitig zur Seite zu schauen. Sieht komisch aus, aber funktioniert.

Mehr Geschwisterbilder gibt’s hier:

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Endlich geschafft! Seit mehr als zwei Jahren geistert die Idee in meinem Kopf herum, 360-Grad-Videos zu machen. Ich habe getüffelt, ausprobiert und geflucht –  jetzt funktioniert es tatsächlich. Doch der Reihe nach:

Kleine Planeten

Ihr kennt doch diese kleinen Planten, die man aus Panorama-Bildern basteln kann? Eigentlich ein ganz einfaches Prinzip: Man dreht die Kamera einmal um die eigene Achse, nimmt dabei viele Einzelbilder auf, fügt sie am Computer zusammen und verbiegt das fertige Panorama zu einem kleinen Planeten. In der Fachsprache nennt sich das „sphärisches Panorama„. So entstehen furchtbar niedliche, kleine Welten, die mich immer noch begeistern. Mittlerweile kann man sie sogar ganz einfach mit dem smartphone aufnehmen.360° spherical panorama - little planet

Viel hilft viel: 360°-Videos mit 6 GoPro-Kameras

Um diesen kleinen Planten allerdings Leben einzuhauchen und sie als Bewegtbild umzusetzen, habe ich in den letzten Jahren viele komische Dinge probiert: Ich habe meine Kameras auf Drehteller geschraubt und Nächte lang versucht, tausende Bilder zusammenzufügen. Hat überhaupt nicht geklappt. Ich habe mir seltsame Konstruktionen mit Spiegeln angeguckt und frustriert festgestellt, dass das absoluter Quatsch ist. Stück für Stück kam die Erkenntnis, dass ich 360-Grad-Videos nur realisieren kann, wenn ich das Bild in einem Take aufnehme. Die logische Konsequenz hieß also: Viele Kameras.

360° spherical panorama gorpo mount 3D print

Eine Halterung aus dem 3D-Drucker 

Zum Glück gibt es GoPro Kameras, die mit ihrem Fisheye-Objektiv einen anständigen Blickwinkel abdecken. So braucht man nur sechs Kameras, um horizontal 360° und vertikal 180° aufnehmen zu können. Vorausgesetzt, man richtet die Kamera exakt aus. Je dichter die Linsen aneinander liegen und je mehr Überschneidungen die einzelnen Kameras erzeugen desto besser wird das Ergebnis. Ich habe erfolglos mit Gummibändern, Kabelbinder, Holz und Styropor experimentiert. Erst mit der Konstruktion einer Halterung, die im 3D-Drucker gedruckt wurde, funktionierte alles zufriedenstellend. Ich habe diese Vorlage als Basis genutzt und noch ein bisschen dranOhne die Hilfe der Cracks des Hackerspace Bremen und ganz speziell ohne Andrees und Michaels Engagement, wäre das alles nix geworden. Vielen Dank!

Jetzt heißt es diesen Kamera-Ball zu nutzen. Relativ einfach können damit interaktive Videos für Events erstellt oder außergewöhnliche Perspektiven für Musik- oder Werbevideos produziert werden. Speziell in Bezug auf Google Streetview, das ja immer mehr Einzug in Gebäude hält, wie mit Businessview, bestimmt ein spannendes Einsatzgebiet. Und auch im Bereich Zeitraffer-Film sehe ich Potential und werde mich in den nächsten Wochen wohl statt mit einer großen Kamera, mit sechs kleinen Kameras an die frische Luft begeben, geduldig ausharren und die Zeit verbiegen.

Ich suche Mitfahrgelegenheiten!

Du hast ein tolles Auto, ein super Boot, einen starken Trecker, ein flottes Pferd oder fährst Ballon? Nimm mich mit und ich filme das ganze mit der 360°-Kamera. Ich freue mich auf deinen Vorschlag. Kontaktmöglichkeiten stehen ganz unten auf der Seite oder hier.