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Feuerspuren 2013 ist ein internationales Erzählfestival. An besonderen Orten entlang der Lindenhofstraße in Bremen Gröpelingen konnte man 230 Erzählerinnen und Erzählern im Alter von 5 bis 75 Jahre zuhören. An 18 Stationen gab’s Geschichten in utopische Szenarien, unvorhersehbare Ereignisse und märchenhafte Phänomene. Erzählt wurde mit Hand und Fuß, mit Musik und Bildern im Waschsalon, der türkischen Teestube, beim Friseur, im Bus, in der Mevlana-Moschee, im Friseursalon, der Arztpraxis und in der Bibliothek. Auf der Straße legten sich die Künstler der Feuershows ins Zeug und ein großes Feuerwerk sorgte für einen eindrucksvollen Abschluss.

Um schöne Bilder eines Feuerwerks zu machen, braucht es ein bisschen Vorbereitung. Eine Stunde vor Beginn der Pyro-Show machte ich mich auf den Weg. Bereits im Vorfeld hatte ich mir einen Standort ausgesucht: Der Bootsanleger der Wasserpolizei im Winterhafen versprach ein bisschen Hafenromantik im Vordergrund und ausreichend Abstand zum Feuerwerk. Ich wollte unbedingt ein bisschen Wasser zwischen mir und dem Feuerwerk haben, um durch die Spiegelungen in der Weser ein bisschen mehr Stimmung zu erzeugen. Außerdem war der Platz hinter dem Deich windgeschützt. Nicht zu vernachlässigen, wenn man bei einstelligen Temperaturen ne Stunde rumsitzt. Ich schraubte die Kamera aufs Stativ und suchte nach den bestmöglichen Einstellungen. Die Leuchtspuren explodierender Raketen fängt man recht zuverlässig mit Belichtungszeiten zwischen  2 und 6 Sekunden ein. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, kräftig unterzubelichten. Pyrotechnik erhellt den Nachthimmel stärker als man glaubt. Mit 2 Sekunden, bei Blende 13 und ISO 400 fing ich diesen Moment ein. feuerspuren_2013_collage_web

 

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Neuer Monat, neues Geschwisterbild.
Wir feiern silbernes Jubiläum: Das ist das 25. Bild in dieser Serie. Na denn mal Prost!
Noch mehr Geschwister-Portraits sind hier zu sehen:

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1200px_kunstwerk_im_viertel_portraits_jonas_ginter_0 Einmal im Jahr öffnen die Künstler und Kunsthandwerker im Bremer Viertel ihr Ateliers und Werkstätten. Am 2. und 3. November 2013 kann jeder vorbei kommen und ihnen über die Schulter blicken. Vom Goldschmied, über die Porträtmalerin, den Möbeltischler, bis zum Hutmacher  – Spannende Menschen, die in Handarbeit außergewöhnliche Dinge produzieren. Für das Begleitmagazin im Weser-Kurier habe ich einige Künstler und Kunsthandwerker besucht und in Wort und Bild portraitiert. Ein schöner Auftrag, der mir spannende Einblicke hinter die Kulissen erlaubte. Wenn ich die Leute in ihrem täglichen Umfeld einfangen kann, entstehen die schönsten Business-Portraits und authentische Reportagefotos. Und auch ich habe dabei meinen Spaß: Ich lerne seltene Berufe, tolle Menschen und mein Viertel besser kennen – besser gehts nicht! Das Heft kann man als pdf herunterladen oder online durchblättern.

Als Fotograf versuche ich solche Reportagen mit reduziertem Equipment zu machen. Ich möchte nah dran sein und nicht den Moment versauen. Deshalb verzichte ich, wenn möglich auf künstliches Licht und fotografiere mit der Nikon D800 und dem 24-120 f4 sowie Festbrennweiten mit 14mm, 35 und 50mm. Fotozeugs plus Schreibblock und Aufnahmegerät finden Platz in meiner bewährten Umhängetasche.
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Wenn man sich mit anderen Fotografen über verlassene Orte unterhält, fallen oft seltsame Namen. Der Grund dafür ist recht simpel: In der urban exploration-Szene werden den Objekten Decknamen gegeben, damit sie ein bisschen schwieriger zu finden sind oder im Optimalfall so lange wie möglich unangetastet bleiben. Das klappt leider nur selten: Fast jeder Ort, den ich wiederholt besichtigt habe, war in einem schlechteren Zustand als bei meinem Erstbesuch. In der Regel kommen erst die Schrottdiebe, die jedes Stück verwertbares Metall klauen, dicht gefolgt von den Zerstör-Kiddies, die völlig hirnlos alles kurz und klein hauen. Als letzte Gruppe der Randalierer hinterlassen Menschen mit Spraydosen ihre Spuren, nur sehr selten kommt dabei etwas schönes heraus.  Also Decknamen – in der Hoffnung, dass die Orte etwas länger im Originalzustand bleiben.
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Der Alias dieses stillgelegten Stahlwerks lautet “Heavy Metal” und das trifft es ganz gut. In den gigantischen Hallen, reihen sich monströse Maschinen aneinander. Es riecht nach Metall. Wir laufen mehrere Stunden durch das Objekt und haben am Ende unserer Erkundungstour trotzdem nur einen Bruchteil gesehen. Ich bin beeindruckt von der Größe. Allein die massiven Töpfe, in denen flüssiger Stahl durch die Hallen transportiert wurde, sind so hoch wie ein Haus. Und davon stehen gleich fünf Stück nebeneinander. Man kann nur erahnen, wie laut und brachial es hier zugegangen sein muss, als noch produziert wurde. Ich erinnere mich an das Portrait-Shooting im Hüttenwerk von ArcelorMittal Bremen und  wie erbarmungslos uns die Hitze des glühenden Metalls entgegenschlug. So war es hier bestimmt auch, doch die Zeiten sind vorbei.

Durch die verlassene Fabrik zieht nur ein kalter Windhauch und verteilt den schweren Staub auf den Knöpfen und Schaltern der Leitwarte. Ich lese die Nachnamen der Arbeiter auf dem Schichtplan und stelle mir vor, wie sie hier saßen und diese gigantische Anlage am Laufen hielten. Neben dem Telefon steht noch eine Brotbüchse. Während die Kamera das spärliche Licht einfängt, bemerke ich, wie ein Kontrolllämpchen aufblinkt. Den Strom haben sie noch nicht abgestellt…
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