Jonas Ginter
Journalist & Fotograf in Bremen
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Die neue Pentax K-5 II – Eindrücke von der photokina 2012

23. September 201211 Kommentare



pentax_k5ii_photokina_2012-01

Seit ein paar Jahren fotografiere ich nun schon mit dem Pentax-System und seitdem ich die K-5 als meine Hauptkamera benutze, bin ich wirklich zufrieden. Ich schätze die unglaublich gute Verarbeitung und die Ergonomie der Kamera. Ich kenne keinen anderen Hersteller, der so übersichtlich aufgebaute Menüs und intuitive Bedienelemente baut wie Pentax. Die Kamera ist super kompakt, klein und leicht und dazu noch versiegelt gegen Wasser und Staub. Das gibt’s sonst erst für viel mehr Geld im Profi-Bereich. Der Sensor produziert hervorragende Bilder und in meiner täglichen Arbeit als Fotojournalist schätze ich das geringe Rauschen. Bis ISO 6400 produziere ich bedenkenlos Fotos für Zeitungen und Magazine. Das Objektiv-Angebot von Pentax entspricht meinen Bedürfnissen. Ich fotografiere sehr gerne mit diesem System.

Jetzt, im September 2012, steht mal wieder die photokina an, die weltweit größte Fotografie-Messe in Köln und alle Hersteller zeigen ihre Neuheiten. Nikon und Canon werfen kleine Vollformat-Boliden, die 6D und die D600, ins Rennen. Sehr interessante Kameras, die mich da doch ein bisschen neidisch ins andere Lager blicken lassen. Und Pentax? Ja, die zeigen eine K-5 II. Im Marketing-Deutsch als konsequente Weiterentwicklung der (ohne Frage) guten K-5 vorgestellt. Meiner Ansicht nach aber nichts weiter als ein Facelift des alten Modells. Trotzdem nahm ich das neue Modell auf der photokina interessiert unter die Lupe.

Auf dem Messestand von Pentax
Geändert haben soll sich vor allem der Autofokus. Der Mensch am Messestand schwärmte euphorisch vom neuen SAFOX X. Das Autofokus-System sei komplett neu entwickelt, arbeite auch unter deutlich schwierigeren Lichtverhältnissen und sei viel schneller. Ich habe den Autofokus dann an einer K-5 II ausprobiert und die Leistung mit einem DA35 ltd, dem DA 40 und dem  DA16-50 auf die Probe gestellt. Im Vergleich dazu hatte ich meine “alte” K-5 in der anderen Hand.


pentax_k5ii_photokina_2012_expand_af_01

Ja. Der Autofokus ist schneller. Aber nur ein bisschen und die Verbesserung hat mich nicht vom Hocker gerissen. In dunklerer Umgebung konnte ich keinen wirklichen Vorteil ausmachen. Was sich aber tatsächlich verbessert hat, ist der kontinuierliche Autofokus (AF-C). Im Menü der k-5 II findet sich jetzt ein neuer Unterpunkt: “Expand Area AF”. Wenn diese Option aktiviert und der kontinuierliche Autofokus eingeschaltet wird, werden die Messdaten der benachbarten Sensoren mit ausgewertet. Sich bewegende Motive können so zuverlässiger fokussiert werden, auch wenn sie den Bereich des vorher festgelegten Fokuspunkts verlassen.


pentax_k5ii_photokina_2012-01_air_gap_free_display


Display besser ablesbar

Durch eine neue Fertigungstechnik wurde der sonst übliche Abstand zwischen der Glasscheibe und dem eigentlichen LCD-Modul reduziert, statt Luft verbindet nun eine hauchfeine Harzschicht die beiden Elemente. Diese feine Harzschicht soll Reflektionen und Lichtstreuungen reduzieren. Und tatsächlich spiegelt das Display durch die neue Bauform etwas weniger.

Für Schärfefanatiker – Kamera ohne Tiefpassfilter
Zudem gibt es noch eine K-5 IIs. Gleiche Kiste, nur wird darin kein Tiefpassfilter verbaut. Soll wohl noch schärfere Aufnahmen produzieren, allerdings muss man dann mit Problemen wie Moirée-Effekten leben. Für Leute die ausschließlich unter kontrollierten Lichtbedingungen Fotografinnen (z.B. im Studio) sicherlich die bessere Wahl.


pentax_k5ii_photokina_2012-07

Lohnt sich der Umstieg von K-5 auf K-5 II?
Meine Meinung: Der Umstieg lohnt sich für alle, die unbedingt einen verbesserten Autofokus brauchen. Wer also schnelle Sportarten fotografiert, könnte mit dem neuen Modell glücklich werden. Wichtig dabei sind allerdings auch flotte Objektive, sonst bringt auch das neue Autofokus-Modul nichts. Für Leute die nur im Studio fotografieren, könnte auch die K-5 IIs eine Überlegung wert sein. Allerdings glaube ich nicht, dass sich professionelle Werbefotografen so eine “kleine” Pentax ins Studio stellen werden.

Was gibt es sonst noch neues von Pentax?
Ein neues Objektiv gibt’s noch. Das 18-270. Ein Reisezoom, das vom dezenten Weitwinkel bis zum recht starken Tele alles abdeckt. Natürlich nicht sonderlich Lichtstark aber sehr flexibel. Ich persönlich brauche so etwas nicht, aber vielleicht ist es ja für Leute interessant, die kompakt Reisen wollen und nur Platz für Kamera und ein Objektiv im Rucksack haben. Warum das gute Stück allerdings deutlich mehr als das bereits vorhanden Tamron 18-270 kosten soll, ist mir völlig schleierhaft. Ist es doch im Kern das gleiche Objektiv mit lediglich anderem Branding.

Zudem wurde noch das HD Pentax DA 560 mm f/5,6 ED AW vorgestellt. Ein wetterfestes Ultra-Tele – entspricht das Teil an einem APS-C-Sensor doch immerhin 859 mm am Kleinbild. Ich brauche so etwas nicht. Daher hier auch keine weiteren Informationen. Einige Sport-, Tier- und Naturfotografen könnten sich aber über diesen 3-Kilo-Prömmel freuen.

Quo vadis?
Spekulationen und Gerüchte machen ja immer Spaß und ich habe auch so meine eigenen Wünsche und Prognosen. Ich glaube, dass Pentax in den nächsten Monaten noch eine Kamera vorstellen wird, die tatsächlich eine Neuheit ist. Kein bereits vorhandenes Modell sondern eine echte Neuentwicklung, mit einem (noch) besseren Sensor, besserem Autofokus und zeitgemäßen Videofunktionen. Vielleicht sogar Vollformat, obwohl mir das ziemlich egal wäre. Die APS-C-Sensoren bieten völlig ausreichende Bildqualität und zudem ist das Kleinbild-taugliche Objektiv-Angebot bei Pentax derzeit doch sehr gering.

Auch wenn mich die Neuvorstellungen in den Lagern der anderen großen Kamerahersteller etwas neidisch machen. (Noch) bleibe ich dem Pentax-System und der “alten” K-5 treu. Ich habe einen Objektiv-Park der mich wunschlos glücklich macht und eine Kamera die überzeugende Bildqualität abliefert. Vielleicht schafft es Pentax (und Ricoh) ja in den nächsten Monaten eine wirklich begehrenswerte neue Kamera auf den Markt zu werfen. Dann werde ich zuschlagen. Bis dahin bin ich froh ein bisschen Geld sparen zu können. Davon fahre ich jetzt wohl einfach mal in den Urlaub.

Der Knoten – Hochstraße Bremen

17. September 2012Keine Kommentare bisher



Der Straßenknoten

Bei feinstem Spätsommer-Wetter nutzen wir den Autofreien Sonntag, um Bremen aus einer wirklich außergewöhnliche Perspektive zu fotografieren. Der als „Spaghettiknoten“ bekannte Utbremer Verteiler ist normalerweise ein stark befahrenes Beton-Ungetüm. Mehrere Brücken und Tunnel laufen hier in zahlreichen Spuren zusammen. In dem Wirrwarr aus Straßen habe ich mich schon oft verfahren. Das unüberschaubare Dickicht aus Stahl, Stein und Verkehr lädt zum Verfluchen und Verzweifeln ein. Es ist ein hässlicher Fleck mitten in der Stadt.  Einmal im Jahr kann man mit dem Fahrrad über die Hochstraße fahren. Für mich hats sich das wirklich gelohnt. Starke Aussicht. Empfehlenswert!

Havenwelten – Klimahaus in Bremerhaven

13. September 20121 Kommentar



Hafenwelten Bremerhaven - Klimahaus bei Nacht

Das Klimahaus in Bremerhaven ist ein ungewöhnliches Stück Architektur. Zum Fotografieren gibt das Gebäude einiges her, besonders im Dunkeln, wenn hunderte kleine Lichter den geschwungen Bau beleuchten.

Mit langen Belichtungszeiten versuchte ich, das Wasser ein bisschen zu glätten. Doch die Nacht war einfach zu windig und zahllose Wellen kräuselten sich im Hafenbecken. Ich werde auf einen windstillen Tag warten und wiederkommen…

Awakening of the City – Seoul erwacht

12. September 2012Keine Kommentare bisher



Awakening of the City - Seoul in Dawn

Eigentlich schläft Seoul nie.
Doch ganz früh am Morgen, schnauft die Metropole kurz durch.
Dann wird es ein klein wenig ruhiger und die Hektik in den Häuserschluchten verstummt.
In dem kurzen Moment der Ruhe verweilt die urbane Landschaft aber nur ganz kurz.
Denn dann geht es weiter. Duchschütteln, Mund abwischen und wieder Stadt sein.

Die Autobahnen pumpen schon wieder Licht, Menschen und Aufgaben ins Zentrum.
Aus Tunneln strömen Ubahnen, Busse, Rolltreppen und Menschen.
Im dichten Blechmantel des Pendlerverkehrs hört man das leise Gähnen einer funktionierenden Gesellschaft.

–

Auf einen Berg steigen. Hoffen, dass das Licht gut wird. Warten.
Stativ und Kamera aufbauen. Hinsehen. Zusehen. Warten.
Versuchen, das Licht zu verstehen.

Dein Foto machen.

 

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Jonas Ginter

arbeitet als freier Journalist in Bremen. Er fotografiert und schreibt für Tageszeitungen und Magazine, bloggt und realisiert Filmprojekte.

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