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misplaced

Seit ich zum ersten mal im Inneren eines Kühlturms stand, bin ich fasziniert von diesen unwirklichen Orten. Gigantisches Ausmaße, tolle Linien, viel Symmetrie und das Gefühl, nicht auf dieser Welt zu sein, zeichnen diese Ungetüme aus. Als wir vor diesem Kühlturm standen, erwartete ich eigentlich nicht viel. Das Bauwerk gehörte zu den kleineren seiner Art. Es war ein kalter, grauer Wintertag und meine Finger waren durchgefroren. Die Überraschung folgte beim Betreten: eine dünne Schicht Neuschnee bedeckte die morschen Holzbalken und in der Mitte stand diese kleine Hütte. Ein völlig surrealer Anblick! Wir machten leise ein paar Aufnahmen und bewegten uns behutsam über die schmalen Laufstege. Wir wollten das Ungeheuer nicht aufwecken…

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abgestellt

Um urbanen Verfall zu fotografieren, fahre ich manchmal hunderte Kilometer mit dem Auto. Dabei liegen immer wieder starke Geschichten direkt vor der eigenen Haustür: Das abgestellte und vergessene Fahrrad habe ich erst jetzt entdeckt.  Dabei lässt es sich nur zwei Querstrassen von meiner Wohnung entfernt überwuchern. Tristes Fristen!

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nachtaufnahmen_bremen_mit_nikon_d800_jonas_ginter002 Im toll geschriebenen Buch “The Visual Toolbox” stellt Autor David duChemin nach jedem Kapitel  kleine Aufgaben. Die Übung des Abschnitts “Geduld” lautet: “Just wait a little longer.” Also wartet ich ein bisschen länger und war überrascht, wie wertvoll das war. Je länger ich stand, wartete und beobachtete, umso intensiver nahm ich den jeweiligen Ort auf. Ein wunderbar entschleunigender Prozess. Diese Fotorunden zum Feierabend sind mein Yoga.

Nachtfotografie kostet Zeit. Zumindest brauchte ich eine ganze Weile, um diese kleine Serie zu fotografieren. Wollte ich doch in jedem Bild die charakteristischen Leuchtspuren des urbanen Verkehrs einfangen. Sich das Schnoorviertel dafür auszusuchen ist, im Nachhinein betrachtet, ziemlich doof. Schließlich gibt’s dort (wenn überhaupt) nur Fußgänger. Doch als dann einer der wenigen Anwohner seinen Schlüssel in einen motorisierten Poller steckte, um sein Cabrio aus dem abgesperrten Viertel zu fahren, erklärte ich die Übung für erfolgreich absolviert. Thomas Lammeyer hat wohl auch ne Weile gewartet – seine Bilder zeigen, dass ich das lohnt!

Warum ist die Geduld so wichtig? Weil sie uns aufmerksam werden lässt.

- Paulo Coelho

Seit ein paar Monaten fotografiere ich neben meiner vertrauten und geschätzten Pentax K-5 auch mit einer Nikon D800. Letztere ist viel größer und viel schwerer, aber sie bringt einen fettem Sensor mit, der unglaublich viele Details einsammeln und einen riesigen Dynamikumfang abbilden kann. Wie gemacht für Nachtfotografie, denn hier kommen ganz schnell extrem helle Lichter und tief schwarze Schatten in einem Motiv zusammen. War vor einigen Jahren noch HDR, also Belichtungsreihen kombinieren, meine Technik der Wahl, um diese Lichtsituationen in den Griff zu bekommen, vertraue ich jetzt einfach auf diesen Sensor. Entspanntes Arbeiten!

Noch ein Tipp zum Schluss. Verschließt den Sucher beim langen Belichtungszeiten. Licht scheint durch den Sucher in die Kamera und kann hässliche Farb- und Kontrastabweichungen verursachen. Gunther und Ronny haben das schon ausführlich beschrieben

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light_painting_bremen_jonas_ginter_006 Schon aus der Ferne sah der kleine Leuchtturm im Hafen anders aus als sonst. Als wir die Landzunge betraten, zuckten Blitze und Farben durch die dunkle Nacht. Wir wurden in einen Tunnel aus Licht gezogen…

… oder so ähnlich. Light Painting ist riesen Spaß. Wie es funktioniert, habe ich schon einmal ausführlich beschrieben. Für dieses Bild habe ich mit einer dreifarbigen Kaltlicht-Kathode große Kreise ins Dunkle gemalt. Anschliessend bin ich hochgesprungen und habe mich dabei mit einem Systemblitz (auf voller Leistung) anblitzen lassen. Die Kamera belichtete 30 Sekunden, bei Blende 8 und ISO 200. Also eine Aufnahme. Kein Photoshop.