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Kategorien Archive für: ‘Film’
Als ich Knytro kennenlernte, musste ich ganz schön grinsen. Ein Rapper wie aus dem Klischee-Bilderbuch: Mit goldenen Schuhen, goldener Jacke und goldenen Kopfhörern stand er vor mir und zog an seinem Joint. Er federte in die Knie, schwang seinen Arm cool nach vorne, zeigte mit dem Zeigefinger gangstermäßig auf mich und sagte “Yo!”.  In den folgenden drei Tagen drehte ich gemeinsam mit dem japanische Regisseur Taichi Kimura ein 360-Grad-Musikvideo für den coolen Gangster. Und das war wirklich entspannt: Wir fuhren mit einem Cabrio durch Londons Innenstadt, hingen am Ufer der Themse ab und erkundeten den urbanen Dschungel der britischen Hauptstadt. Immer auf der Suche nach spannenden Orten, die als Planeten noch spannender aussehen und den chilligen Song “My Motive” unterstützen.

Zum ersten Mal drehte ich mit der 360-Grad-Kamera bei Nacht und bin sehr zufrieden mit den Bildern vom Piccadilly Circus. Eine gigantische Kreuzung, die nach Einbruch der Dunkelheit in buntes Neonlicht gigantischer Reklametafeln getaucht wird. Dank einigen Kilometern Gaffa-Tape und einer Rucksackladung Kabelbinder hingen wir die Kamera sogar vor ein fahrendes Auto. Wie abenteuerlich diese Konstruktion war, erkennt man hier.

360 Grad Video - Behin the scenes - abenteuerliches Rig am Cabrio für Musikvideo mit Knytro

Jetzt ist das Video endlich draußen und feierte Deutschlandpremiere auf tape.tv. Mehr Infos zum Künstler gibt’s auf der Seite des britischen Labels  MTA Records. Knytros Debutalbum “The Griffin EP” kann man sich auf soundcloud kostenlos anhören. Mehr Infos zur 360-Grad-Kamera und weitere 360-Grad-Videos findet ihr auf dieser Seite.

 
Der nächste 360°-Streich! Für mydealz bin ich mit einem quietschgrünen Krokodil durch Berlin getourt. Wir sind mit dem Cabrio um die Siegessäule gedüst, mit dem Boot über die Spree getuckert und mit dem Fahrrad an der ehemaligen Berliner Mauer entlang gefahren. Erkennt ihr alle Sehenswürdigkeiten?

Mal wieder kam die Konstruktion aus 6 GoPro-Kameras zum Einsatz und so langsam werde ich besser im Umgang mit der Technik. Kleine Planeten, großer Spaß!

Planet Berlin - 360 Tiny Planet - Behind the scenes

 

 

 

Endlich geschafft! Seit mehr als zwei Jahren geistert die Idee in meinem Kopf herum, 360-Grad-Videos zu machen. Ich habe getüffelt, ausprobiert und geflucht –  jetzt funktioniert es tatsächlich. Doch der Reihe nach:

Kleine Planeten

Ihr kennt doch diese kleinen Planten, die man aus Panorama-Bildern basteln kann? Eigentlich ein ganz einfaches Prinzip: Man dreht die Kamera einmal um die eigene Achse, nimmt dabei viele Einzelbilder auf, fügt sie am Computer zusammen und verbiegt das fertige Panorama zu einem kleinen Planeten. In der Fachsprache nennt sich das “sphärisches Panorama“. So entstehen furchtbar niedliche, kleine Welten, die mich immer noch begeistern. Mittlerweile kann man sie sogar ganz einfach mit dem smartphone aufnehmen.360° spherical panorama - little planet

Viel hilft viel: 360°-Videos mit 6 GoPro-Kameras

Um diesen kleinen Planten allerdings Leben einzuhauchen und sie als Bewegtbild umzusetzen, habe ich in den letzten Jahren viele komische Dinge probiert: Ich habe meine Kameras auf Drehteller geschraubt und Nächte lang versucht, tausende Bilder zusammenzufügen. Hat überhaupt nicht geklappt. Ich habe mir seltsame Konstruktionen mit Spiegeln angeguckt und frustriert festgestellt, dass das absoluter Quatsch ist. Stück für Stück kam die Erkenntnis, dass ich 360-Grad-Videos nur realisieren kann, wenn ich das Bild in einem Take aufnehme. Die logische Konsequenz hieß also: Viele Kameras.

360° spherical panorama gorpo mount 3D print

Eine Halterung aus dem 3D-Drucker 

Zum Glück gibt es GoPro Kameras, die mit ihrem Fisheye-Objektiv einen anständigen Blickwinkel abdecken. So braucht man nur sechs Kameras, um horizontal 360° und vertikal 180° aufnehmen zu können. Vorausgesetzt, man richtet die Kamera exakt aus. Je dichter die Linsen aneinander liegen und je mehr Überschneidungen die einzelnen Kameras erzeugen desto besser wird das Ergebnis. Ich habe erfolglos mit Gummibändern, Kabelbinder, Holz und Styropor experimentiert. Erst mit der Konstruktion einer Halterung, die im 3D-Drucker gedruckt wurde, funktionierte alles zufriedenstellend. Ich habe diese Vorlage als Basis genutzt und noch ein bisschen dranOhne die Hilfe der Cracks des Hackerspace Bremen und ganz speziell ohne Andrees und Michaels Engagement, wäre das alles nix geworden. Vielen Dank!

Jetzt heißt es diesen Kamera-Ball zu nutzen. Relativ einfach können damit interaktive Videos für Events erstellt oder außergewöhnliche Perspektiven für Musik- oder Werbevideos produziert werden. Speziell in Bezug auf Google Streetview, das ja immer mehr Einzug in Gebäude hält, wie mit Businessview, bestimmt ein spannendes Einsatzgebiet. Und auch im Bereich Zeitraffer-Film sehe ich Potential und werde mich in den nächsten Wochen wohl statt mit einer großen Kamera, mit sechs kleinen Kameras an die frische Luft begeben, geduldig ausharren und die Zeit verbiegen.

Ich suche Mitfahrgelegenheiten!

Du hast ein tolles Auto, ein super Boot, einen starken Trecker, ein flottes Pferd oder fährst Ballon? Nimm mich mit und ich filme das ganze mit der 360°-Kamera. Ich freue mich auf deinen Vorschlag. Kontaktmöglichkeiten stehen ganz unten auf der Seite oder hier.

1200px_leica_m3_scans_jonas_ginter-12 Mit Opa plauschen,
Kuchen verputzen,
Dem Akkordeon lauschen,
Die Leica benutzen.
1200px_leica_m3_scans_jonas_ginter-14 Es gibt wenige Kameras, die solch ein Mythos umgibt wie die kleinen, handgefertigten Präzisionsmaschinen von Leica. Seit einiger Zeit drücke ich immer mal wieder den Auslöser einer M3 die zwischen 1957 und 1958 produziert wurde und bin ganz fasziniert davon. Die Verarbeitung des kleinen Handschmeichlers ist eine Klasse für sich und die Mechanik funktioniert auch nach fast 60 Jahren immer noch tadellos. Klar, der Kasten will erst einmal richtig bedient werden, bevor brauchbare Bilder herauskommen. Eingebauter Belichtungsmesser? Gibt es nicht! Aber wenn alles passt, dann machen die Ergebnisse richtig Spaß. Wenn ich einen frisch entwickelten Film aus dem Labor hole, bin ich aufgeregt und voller Vorfreude. Denn bislang waren auf jeder Rolle ein paar Bilder, die mich total glücklich machen.
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