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Es gibt ja so Dinge, die glaubt man nicht. Bis man sie mit eigenen Augen gesehen hat. So ging es mir beim Penis-Park in Südkorea. Vor unserer Reise in das Land am 38. Breitengrad hatte ich ein paar Fotos im Netz gefunden, aber die Informationen waren spärlich. Ich wusste nur: Es gibt dort irgendwo einen Ort mit einem seltsamen Penis-Kult.

[singlepic id=897 w= h= float=] Eines Morgens bestiegen wir einen Bus und fuhren von Seoul gut vier Stunden quer durchs Land. Über dicke Autobahnen und schneebedeckte Berge bis an die Ostküste. Und dann standen wir in diesem winzigen Fischerdörfchen: Ein Hund lag gähnend am Straßenrand. Drei Möwen saßen reglos auf der Brüstung eines vergammelten Leuchtturms. Erlegte Tintenfische trockneten auf Holzgestellen in Mittagssonne. Das einzige was sich hier bewegte, war farbloser Plastikmüll, der im trüben Brackwasser des Hafenbeckens umhertrieb.  Hier war nichts los und das ist noch übertrieben. Doch am Ende des Dorfplatzes stand eine Frau. Als sie uns erblickte, versetzte sie ihre Arme in freudige Winkbewegungen und eilte in ein hölzernes Kassenhäuschen. 3000 Won pro Person wurden ordnungsgemäß kassiert, nachgezählt und säuberlich in einer Geldkassette verstaut. Dann wurde das Eingangstor geöffnet.

Haesindang Park in der Provinz Gangwon-do

Die Legende besagt, dass eine Jungfrau eines Morgens auf einem Schiff hinaus gefahren und auf einem Felsen abgesetzt wurde, um Seegras zu sammeln. Durch ein plötzlich aufkommendes Gewitter wurde es jedoch unmöglich sie wieder auf das Festland zu holen und sie ertrank. Seit diesem Tag gelang den Fischern des Dorfes kein Fang mehr. Sie fingen nicht einen einzigen Fisch. Das Gerücht kam in Umlauf, dass es wegen des Mädchens sei. Man war überzeugt: Der Geist der Jungfrau verflucht die Fischgründe. Doch versehentlich verlor ein Fischer an einem Tag seine Hose und entblößte seine Männlichkeit. Manch einer meint sogar, er habe da noch mehr gemacht. Hier ist viel Platz für Fantasie. Jedenfalls gab es plötzlich wieder Fische und der Grund dafür war das Gemächt. Seitdem werden Rituale durchgeführt und Statuen in Penisform säumen den Berg am Ufer.

Schräge Geschichte in einem Land, das ein ebenso schräges Verhältnis zur Sexualität hat. Koreaner sind prüde. Händchen halten in der Öffentlichkeit ist schon zu viel des Guten und Küssen geht gar nicht. Auf der Ferieninsel Jeju gibt es sogar einen Freizeitpark, der die prüde Bevölkerung aufklären soll. „Love Land“ heißt er und wäre bestimmt auch einmal einen Besuch wert. Wir erkundeten aber erst einmal den Penis-Park und lachten uns immer wieder schlapp, welche Objekte doch alles „verpimmelt“ werden können: Bänke, Hocker, Geländer, Windanzeiger und sogar eine Kanone. Es gibt wirklich Dinge, die glaubt man nicht, bis man sie mit eigenen Augen gesehen hat.
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2 Antworter auf Penis Park – Haesindang Park in Südkorea

  • Peter

    pimmelpop

  • pikachu

    Seit wann ist denn Händchenhalten in Suedkorea zu viel des Guten? Beziehen sie sich auf Nord oder Südkorea? 🙂

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