Es gibt Fabriken, die sind so groß, dass sie eigene Gleisanlagen haben. So war es auch bei dieser Firma im Ruhrpott. Das Objekt steht schon eine Weile leer und ein ganzer Zug samt Doppelstockwagen und Lok gammelt dort vor sich hin. Ich habe gehört, dass dort vor Jahren die Polizei mit Platzpatronen gespielt hat und ich kann mir das sehr gut vorstellen: In einige Mauern waren dicke Löcher gesprengt und hier und da fanden wir Patronenhülsen.
Kaum ein Fenster in den Eisenbahnwaggons war noch intakt und mir gefielen die feinen Strukturen, die das gebrochene Glas und der Schmodder erzeugten. Wir liefen durch die Wagen und unter unseren Schuhen knirschte und knarkste es. Als ich aus dem Fenster blickte und den Schriftzug “slow” an der Wand entdeckte, musste ich kurz anhalten und den “Ausblick” fotografieren. Ich fand das passend, denn hier ging es wirklich langsam voran: Langsam aber sicher wird Herr Verfall alleiniger Hausherr in diesem Gemäuer.
Pentax k7, 8mm Fisheye, f8.0, ISO100, HDR aus 5 Belichtungen, Photomatix & Co.
