Viele leer stehende Gebäude sind nicht mehr ganz dicht. Irgendwie sucht sich das Wasser einen Weg und steht auf einmal mitten im Raum. So auch in dieser kargen Halle auf dem Kaffee HAG Gelände in Bremen. Ich mag das, denn in den meisten Fällen sorgen Wassereinbrüche und Pfützen für spannende Reflexionen. Selbst so so leer gefegte Räume können dadurch ganz neu wirken. Je tiefer der Standpunkt desto präsenter sind in der Regel die Spiegelungen. Das funktionierte auch hier und eröffnet eine zweite Perspektive im Bild, die Details der Decke zeigt, die sonst gar nicht zu sehen sind.
Um möglichst viele Details und den gesamten Dynamikumfang der Szene einzufangen, setzte ich auf eine breite Belichtungsreihe, die ich zu einem HDR verrechnete. Auf petapixel wird seit ein paar Tagen diskutiert, ob HDR-Fotos etwas im Fotojournalismus zu suchen haben. Ich sage ganz klar: Ja! HDR ist nichts weiter als eine Technik, um die Limitierungen der Kamera aufzubrechen. Was kann ich dafür, dass moderne Kameras bei weitem noch nicht so viel erfassen können, wie das menschliche Auge? Durch Kombinationen unterschiedlich belichteter Bilder, komme ich dem tatsächlichen Seherlebnis vor Ort viel näher: Ich erkenne Details in den hell ausgeleuchteten Fenstern und nehme gleichzeitig Strukturen in den dunklen, schattigen Bereichen wahr. Die Kamera kann das normaler Weise nicht.
Um also eine Szene so zu zeigen, so wie ich sie vor Ort erlebt habe, muss ich mich dieses Tricks bedienen. Ganz klar: Man kann es sehr schnell übertreiben mit der HDR-Fotografie, doch gegen eine dezenten uns sinnvollen Einsatz dieser Technik spricht absolut gar nichts. Und deshalb sind HDR-Bilder, meiner Meinung nach, auch absolut kein Problem im Fotojournalismus. Der eingefangene Moment wird dadruch nicht manipuliert sondern lediglich anders eingefangen. HDR-Fotografie bricht mit den Sehgewohnheiten und technischen Limitierungen, denen wir seit Jahrzehnten ausgesetzt sind. Höchste Zeit, dass sich das ändert!
Pentax k5, 8mm Fisheye, f10, ISO 100, HDR aus 5 Belichtungen, Photomatix & Co.

Ich finde die Frage auch schwierig. Wo hört Veranschaulichung auf und fängt Übertreibung an? Wobei ich dezente HDR-Aufnahmen generell ganz nett finde. Meistens sieht man außerdem auch auf einen Blick, dass es sich nicht um das “Originalbild” handelt.
Viel schlimmer finde ich die Photoshop-Anpassungen, die heutzutage fast schon Standard sind. Da geht es oft nicht mehr um Abbildung des Motivs, sondern um Aufhübschen, Auswaschen und “künstlerische Interpretation” (braungefärbte Nebel, supergrünes Gras etc.).
Klasse! Die Spiegelung im Wasser ist grandios, gefällt mir sehr gut!
Ich mag HDRs, wenn man es ihnen nicht ansieht, dass es welche sind…
Internette Grüße
Thomas